Presse-Artikel zu unserem Haus

Der „Anzeiger für Harlingerland“ schreibt am Donnerstag dem 16. Februar 2006 über unsere Familie, in der schon drei Generation am Ruder des Fischkutters „Seestern“ stehen:

Martin Ricklefs (21 Jahre) legte an der Seefahrtschule in Cuxhaven gleich zwei Kapitänspatente ab.

Nach seinem Großvater Gerhard (73) und seinem Vater Hermann (48) ist Martin Ricklefs nun der dritte Kapitän in der Neuharlingersieler Kutterfischer-Familie.

Als es darum ging, was er nach dem Schulabschluss beruflich machen sollte, musste Martin Ricklefs gar nicht lange überlegen:

Der Neuharlingersieler wollte Fischer werden – wie sein Vater, sein Großvater und sein Urgroßvater.

Dabei war er als Kind nie an Bord des familieneigenen Fischkutters „Seestern“ gewesen, hatte immer andere Sachen, auch kreative Dinge im Kopf.

   

Dann jedoch war es für ihn klar, dass er sich bei Vater Hermann Ricklefs zum Fischwirt ausbilden lassen wollte. Drei Jahre fuhr er auf dem 300 PS-starken Stahlkutter „Seestern“ mit der traditionellen Kennzeichnung NEU 245 mit, bis er den Gesellenbrief in der Tasche hatte. Zur achtwöchigen Berufsschule musste der heute 21-Jährige nach Rendsburg in Schleswig-Holstein fahren, wo er die Deuler-Schule besuchte. Nach einer halbjährlichen Intensivschulung hat er im Anschluss nun gleich zwei Kapitänspatente erworben: BKü, das Patent Seefischer für die Küstenfischerei, und als zweites A national, das den jungen Mann auch zum Führen eines Fähr- oder Frachtschiffes bis zu einer Größe von 500 BRZ befähigt.

In Cuxhaven besuchte er die Staatliche Seefahrtsschule und schloss mit gutem Ergebnis ab. In dieser Zeit wohnte er im Cuxhavener Haus des Kapitäns der „Wappen von Hamburg“, den er durch seine Modellbastelleidenschaft übers Internet kennen gelernt hatte.

   

Und während Martin Ricklefs die Schulbank drückte, fuhr Auszubildender Michael Immen auf der „Seestern“ mit, der seinen Job ursprünglich auf der „Möwe“ von Heinz Steffens in Bensersiel lernt.

Die Besonderheit: In der Familie Ricklefs leben derzeit drei Kapitäne in nachfolgenden Generationen. Der heute 73-jährige Gerhard „Budi“ Ricklefs stieg 1953 in den Beruf ein, als sein Vater Gerhard Ricklefs stark erkrankte. Er lernte die Fischerei von der Pike auf und legte im Juni 1965 nach der Schulung in Büsum schließlich sein Kapitänspatent BKü ab. 1942 hatte sich der Vater auf der Ditzumer Bültjer-Werft den ersten Holzkutter „Seestern“ mit der NEU 245 am Rumpf bauen lassen, eine Schaluppe, mit der in der Nordsee schon wie heute Krabben, Kabeljau und Seezunge gefangen wurden.

Ein zweiter Neubau aus Holz erfolgte dann 1971. 1953 gehörte Gerhard „Budi“ Ricklefs zu den Initiatoren der Fischereigenossenschaft Neuharlingersiel, wirkte hier 18 Jahre im Aufsichtsrat, bis ihn Sohn Hermann auf diesem Post ablöste.

1972 stieg Sohn Hermann Ricklefs, Jahrgang 1958, in das Familienunternehmen ein, absolvierte seine Prüfung zum Fischwirt und konnte dann 51 Monate später das BKü-Patent und das Maschinenpatent C Mot ablegen. Und so machte Vater Gerhard 1982 sein Versprechen wahr, dass er einen neuen Fischkutter aus Stahl bauen lassen würde, wenn der Sohn nur bei dem Beruf bliebe.

Für einen ordentlichen sechsstelligen Betrag entstand auf der Schiffswerft Lübbe Voss in Westerende-Kirchloog der heutige „Seestern“, der mit einem in Köln gebauten 300-PS-Dieselmotor von Deutz mit acht Zylindern betrieben wird.

Weil er Anfang der 80er Jahre noch den Fischwirtschaftsmeisterbrief machte, konnte Hermann Ricklefs seitdem ausbilden – und zuletzt eben seinen Sohn Martin, der mit seinem Großvater eine bestimmte Eigenschaft gemeinsam hat:

Ihm ist noch nie seekrank geworden.

 

© 2006:
Fotos zu diesem Presse-Artikel: Detlef Kiesé, Esens